Gesellschaften erleben derzeit einen massiven Vertrauensverlust:
Der Reflex ist häufig:
➡ mehr Kontrolle, mehr Verifikation, mehr Automatisierung
Doch genau dieser Reflex erzeugt ein neues Problem.
Klassische IT-Systeme kennen nur eine Form von Wahrheit:
Diese Form ist notwendig – aber sie ist nicht ausreichend, um menschliche Kommunikation, Bedeutung und Vertrauen zu stabilisieren.
Wenn jede nicht vollständig berechenbare Aussage als „falsch“ oder „irrational“ behandelt wird, entsteht:
Das begünstigt Fake News – nicht ihre Eindämmung.
Komplexe Information trennt zwei Ebenen von Wahrheit:
Beide sind nicht gleichwertig, aber gleichzeitig notwendig.
Fake News entstehen dort, wo diese Ebenen vermischt oder verdeckt werden.
Fake News sind nicht primär „falsche Fakten“, sondern:
Das Problem ist Intransparenz, nicht Emotionalität.
Mit komplexer Information wird jede Aussage strukturell lesbar als:
Damit gilt:
Wahrheit wird nicht abgeschafft – sie wird präziser.
Für Institutionen
Für Bürgerinnen und Bürger
Wahrheit braucht zwei Schutzmechanismen:
erstens: harte, überprüfbare Fakten (reeller Anteil) zweitens: einen legitimen Bedeutungsraum (imaginärer Anteil)
Wer nur auf erstens setzt, verliert Vertrauen. Wer erstens aufgibt, verliert Realität.
Fake News entstehen nicht, weil Menschen emotional sind. Sie entstehen, weil Systeme keine Struktur für Emotion und Bedeutung vorsehen.
Komplexe Information schützt Wahrheit, indem sie den Menschen nicht aus ihr verdrängt.